Pressebericht 1999 (1)
Guter „Südwind“
MITTELBIBERACH – Das Publikum in der übervoll besetzten Mittelbiberacher Festhalle war begeistert, und selbst nach der zweiten Zugabe wollte es die Musiker des Blasorchesters „Südwind“ nicht von der Bühne lassen.
53 Musikerinnen und Musiker aus ganz Süddeutschland studierten ihr Konzertprogramm unter der Leitung des renommierten Dirigenten Douglas Bostock an zwei Wochenenden ein. In dankenswerter Weise wurden von der Jugendmusikschule Biberach Proberäume und sogar einiges Instrumentarium (Schlaginstrumente und Harfe) zur Verfügung gestellt. So war es für das von sieben befreundeten Musikern aus der Region initiierte Blasorchester erstmals möglich, sich gemeinsam weiterzubilden und überwiegend original symphonische Literatur, wie das zur Eröffnung gespielte Glanzstück „Festivo“ vom Engländer Edward Gregson, zu erarbeiten. Die Suiten für Militärorchester von Gustav Holst gehören zum klassischen Repertoire jedes Blasorchesters. Die Nummer eins wurde sehr ausgewogen und den verschiedenen Vortragsbezeichnungen entsprechend nuancenreich musiziert.
Berthold Schick ist bekannt als souveräner Solist und mit seinem modulationsfähigen Posaunenton ließ er das Konzert von Ferdinand David in kräftig zupackenden und in zart kantablen Phrasen zu einem wahren Hörgenuss werden. Philip Sparke´s Referenz an Neuseeland, „The Land of the Long White Cloud“, begeisterte nicht nur durch ihre prächtige Akkordblöcke, sondern auch durch die aberwitzigen raffinierten Schnörkel in den rasanten rasch wechselnden Taktarten.
„Vier Schottische Tänze“ von Sir Malcolm Arnold, herrlich instrumentiert von John Paynter, eröffneten den zweiten Programmteil und demonstrierten aufs neue, welch vielfältiges Klangspektrum ein Blasorchester zu bieten hat. Den flotten Reel unterbricht eine humoreske Episode, glänzend vom Solo-Fagott interpretiert. „Metamorphoses“ von Zdenek Lukas wurde vom Rundel-Musikverlag gestiftet und erklang als Uraufführung – heitere Musik, von Volksmelodien inspiriert. Das Concertino für Marimbaphon und Bläser von Alfred Reed war ein Höhepunkt des Konzerts. Lars Rapp zeigte in hervorragender Weise, wie farbig, virtuos und auch dynamisch einzelne Holzplatten klingen können. Abschließend führte die „Star Was Saga“ von John Williams im pompösen Arrangement von Johan de Meij in die Welt des Films. Mit diesem Wird bewies das Orchester erneut, wie einzelne Register und Solobläser unter der Leitung eines Dirigenten, der Wesentliches abverlangt, homogen zusammenfinden und Musik zu einem großartigen Erlebnis werden lassen.


