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Pressebericht 2000 (1)

KONZERT Blasmusik-Ensemble "Südwind" gastiert in der Lindenhalle

Eine Hand voll Pauken und ein Ofenrohr

Orchester mit ungewöhnlicher Entstehungsgeschichte - Anspruchsvolles Programm

Manchmal haben Musiker die Nase voll vom Lehrbetrieb. Sie möchten nicht nur ihren Schülern etwas beibringen, sondern selber etwas Ungewöhnliches ausprobieren. Aus dieser Motivation heraus gründete sich das Orchester "Südwind", das am Montag in der Lindenhalle spielt.

EHINGEN Ausbilder in Musikvereinen und Dirigenten scheint es manchmal in den Fingern zu jucken und in den Ohren zu klingeln. Sie würden gerne etwas anderes als die gängige Literatur spielen, eine ungewöhnliche Besetzung ausprobieren, sich, mit anderen Musikern messen oder schwierige Literatur einüben. Aber es ist ihr Los, mit der Besetzung vorlieb nehmen zu müssen, die vor ihnen sitzt.

Daher hatte der Ausbilder im Musikverein Allmendingen, Volker Frank, keine Schwierigkeiten, verschiedene Kollegen zusammenzutrommeln, die alle den Wunsch hegten, unter der Leitung eines renommierten Dirigenten mit einem Orchester spielen zu können.

Etwa 50 Musiker gründeten das Orchester "Südwind", das am Sonntag, 12. März, um 16 Uhr in der Festhalle Mittelbiberach und am Montag, 13. März, um 20 Uhr in der Ehinger Lindenhalle auftreten wird. Unter den Blasmusikern findet der Zuhörer auch bekannte Gesichter, wie den ehemaligen Dirigenten der Stadtkapelle Munderkingen, Thomas Frasch, oder seinen Nachfolger Charly Petermann. Aus Munderkingen spielt der Hornist Markus Kirschbaum mit.

Die Musiker spielen unter verschiedenen Dirigenten. Für dieses Konzert entschieden sich die Registerführer für Pierre Kuijpers aus den Niederlanden. Der Mayor leitet seit 1994 die Königliche Militärkapelle. Seine Gage bezahlten sie aus eigenen Taschen.

Nach nur zwei Probenwochenen­den stellte die Gruppe ein Pro­gramm zusammen, das viele Ge­schmäcker zufrieden stellen dürfte, aber gleichzeitig etwas Besonderes auf hohem Niveau bietet. Recht be­kannt ist die "Rosamunde", eine Transskription der Ouvertüre von Franz Schubert, die von dem Or­chester mit fünf Pauken und einer Kontrabassklarinette gespielt wird. Allein das riesige, ofenrohrähnliche Instrument dürfte für Aufsehen sor­gen. Das Programm widmet sich schwerpunktmäßig der zeitgenössi­schen Musik. Aber auch Liebhaber von Kleziner-Musik kommen in Adarn Gorbs "Yiddish Dances" auf ihre Kosten. Eine Komposition, die an die bekannte Rhapsody in Blue erinnert, steht mit Kees Vlaks "Westcoast Concert" auf dem Programm.

Volker Frank ist überzeugt davon, dass der Konzertabend für Publikum und Musiker ein außergewöhnlicher Genuss werden wird.