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Pressebericht 2005 (1)

Schwäbische Zeitung, Mittwoch, 2. März 2005, Lokalausgabe Biberach


Spanische Musik offenbart Klangwelt

BIBERACH - Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Brasspartout“ haben die Veranstalter mit dem Blasorchester „Südwind“ und spanischer moderner Blasmusik einen wahren Knüller präsentiert. Die musikalische Leitung hatte der Komponist Ferrer Ferran.

Von unserem Mitarbeiter Günter Vogel

Das Orchester „Südwind“ ist eine Vereinigung hochkarätiger, süddeutscher Blasmusiker und führt regelmäßig Konzerte mit national unterschiedlicher Musik und adäquaten Dirigenten auf.
Das aktuelle Programmist eine wahre Entdeckungsreise zu interessanter, bislang kaum gehörter Musik. Das Orchester ließ mit musikalischer und musikantischer Könnerschaft faszinierend differenzierte Klangwelten entstehen. Die „Auditorium Ouverture“ von Miguel Angel Mateu mit großtönigem Einstieg, ruhig-impressionistischen Verlaufsformen, frei gestalteten Phrasen ließ Assoziationen aufblühen ; Bilder von Landschaften wie auch von Heldenleben entstehen.
Von José Suñer-Oriola das „Sinfonische Gedicht Vasa“, in dem der Komponist Eindrücke aus Schweden verarbeitet. Flirrende Klarinetten mit der Wellenbewegung des Wassers. Assoziationen an Film, man hört „James Bond“. Ruhephasen mit Soloklarinetten und Soloflöten, dann wieder tiefes Blech mit Urtönen wie das „Rheingold“. Machtvolle Klangarchitekturen; ein Bad in prächtigen Harmonien.
Leopoldo Magenti eröffnet das Zwischenspiel aus der Zarzuela „El ruiseñor de la huerta“ mit großer Fanfare, tonmalt eine Parade von Zinnsoldaten im fröhlichen 6/8-Takt; zarter Oboen- und Flötenklang läßt romantische Stimmung entstehen.
Der spanische Dirigent Ferrer Ferran baut in seinem „Haydra-Konzert“ scharfe kontrapunktische Gegensätze auf, stellt heldischem Maestoso unkonventionelle disharmonische Reibungen entgegen. Formidabel melodiöse Trompetenklänge des exzellenten Solisten Hermann Ulmschneider werden von differenzierten Klangvariationen im Holz umflossen; der Schluß ist mitreißend aufrührerisch-aggressiv, extravertiert, harmonisch lärmend mit viel variablem Schlagwerk.
Ebenfalls von Ferran: „Ceremonial“. Fanfarentönender Einstieg, weitklängige Phrasen wie aus einem Weltraum-Film. Ein langsamer Marsch klingt wunderhübsch fremd mit allerlei exotischem Schlagwerk. Der Paso doble „Don Victor“ beschloß in höfisch-gravitätischem Klangduktus einen Musikabend, der ebenso ungewöhnlich, wie künstlerisch hochrangig war.