Pressebericht 2008 (1)
SÜDWESTPRESSE 26.02.08
Lindenhalle vibriert
Blasorchester "Südwind" lässt Zuschauer jubeln
Das Blasorchester "Südwind" brachte die Lindenhalle beim Jubiläumskonzert zum Vibrieren. Dirigent Douglas Bostock und das Auswahlorchester wurden ihrem Ruf gerecht, die Zuhörer jubelten.
RENATE EMMENLAUER
Ehingen Am Sonntagabend konzertierte das Auswahlorchester Südwind in der Ehinger Lindenhalle. Der gut gefüllte Saal verdeutlichte, dass sich "Südwind", bei dem auch einige Instrumentalisten aus dem Ehinger Raum stammen, mit den Jahren einen klangvollen Ruf erarbeitet hat. Das anspruchsvolle und extravagante Konzertarrangement "Meisterwerke aus England und Japan", das die nahezu 70 Instrumentalisten technisch sauber und ausdrucksstark zu Gehör brachten, kostete alle Facetten der Musik aus. Die fühlbare Harmonie im Ensemble und mit dem britischen Dirigenten faszinierte, ebenso die präzise gesetzten Wechsel in Tempo und Musikstil.

Zum zehnten Mal kam das Blasorchester "Südwind" nun zu einem Auftritt zusammen.
Foto: Jürgen Emmenlauer
Schon beim fulminanten Eingangsstück "The Kings go Forth" wurde das Faible von Douglas Bostock für englische Musik offenbar. In dem dreisätzigen Werk, das die Zeit der Regierung um Heinrich dem IV porträtiert, schilderten die Instrumentalisten das wechselvolle Geschehen in dieser Epoche. Sakrale Elemente, bei denen die St.-Martins-Chorknaben aus Biberach Akzente setzten, münden in fröhliche Tavernenszenen mit modernen Volksmelodien mit jazzigem Einschlag, bereichert mit Folkloristik, Gesang und einer voluminösen Paukeneinlage. Wie eine rauschende Woge durchzog danach die fernöstliche Klangkultur bei "Passacaglia" den Saal. Von Extravaganz schier überfließend entpuppte sich einige Werke später "Hiten-No-Mai" von Isao Matsushita, das vom Blasorchester "Südwind" quasi als Premiere in Deutschland aufgeführt wurde.
Dunkelheit empfing das Publikum nach der Pause. Peu à peu erschienen die Musiker auf der Bühne, was dem Werk Mystik verlieh und als improvisierte Einladung an den "Fliegenden Gott" (Hiten) gerichtet sein soll. Die Einleitung erinnerte an den Film "Wie im Himmel", in dem jeder erst seinen ureigenen Ton finden muss - anmutig und schön, ungewöhnlich und gewagt. Die Intention des Komponisten, der den Tanz des fliegenden Gottes symbolisiert hat: In jeder Note soll Liebe enthalten sein, die Lehren Buddhas und auch die erlösende Kraft des Gebets. Leidenschaftliche Klänge erfüllten die Bühne. Die Halle vibrierte.
Entspannung pur und den Abschluss des atemberaubenden Musikabends lieferte das Orchester mit dem Naturgemälde "Sun Paints Rainbows on the Vast Waves" und mit dem harmonischen und sehr rhythmischen Zugabestück "Sarabande". Den tosenden Applaus nach dem Schlussakkord hatten sich Dirigent Bostock und das Orchester mehr als verdient.


