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Pressebericht 2008 (2)

Schwäbische Zeitung Ehingen vom 26. Februar 2008

Douglas Bostock lässt den Südwind in der Lindenhalle kraftvoll blasen

EHINGEN – In der Lindenhalle hat das bekannte Blasorchester "Südwind" am Sonntag sein zehntes Konzert gegeben. 67 Musiker aus dem oberschwäbischen Raum beeindruckten unter der Leitung von Douglas Bostock 500 Zuhörer mit der Wiedergabe moderner Blasorchesterwerke.

KURT EFINGER

„Südwind" ist ein Blasorchester der besonderen Art. Es hat keinen Standort, keinen ständigen Dirigenten und besteht nur zeitweilig. Leistungsfähige Musiker aus dem ganzen oberschwäbischen Raum kommen einmal im Jahr zur Erarbeitung eines äußerst anspruchsvollen Programms zusammen. Mit dabei sind der Klarinettist Peter Behmüller aus Kirchbierlingen, die Bassklarinettisten Volker Frank und Sara Münz aus Ehingen, die Saxophonistin Simone Baur aus Frankenhofen, der Hornist Christoph Traub aus Munderkingen sowie der Schlagzeuger Ralf Beer aus Öpfingen.

Jedes Jahr hat Südwind jedes Mal einen anderen renommierten Dirigenten verpflichtet. Der Brite Douglas Bostock leitete 1999 das erste Konzert und hat jetzt beim zehnten Auftritt als Erster zum zweiten Mal den Taktstock geschwungen. Wie vor neun Jahren eröffnete er das Programm mit einem Werk des englischen Komponisten Edward Gregson. Es trägt den – im übertragenen Sinn auch für das Orchester und den Dirigenten bezeichnenden – Titel "The Kings Go Forth". ln den Sätzen The Church – The People – The State entfaltete sich das ganze mittelalterIiche Herrschaftsspektakel. Es begann mit von Männerstimmen der Biberacher St.-Martins-Chorknaben angesungenen liturgischen Teilen und endete in einer pompösen Machtdemonstration. Von deren klanglicher Wucht beeindruckt, applaudierte das Publikum begeistert.

Ruhiger ging es zunächst in einer "Passacaglia" des Japaners Bin Kaneda zu, bis ein lebhafter Tanz der vitalen Musizierlust freien Lauf ließ. Mit „Lincolnshire Posy“ in sechs nach Volksliedern gestalteten Sätzen von Percy Aldridge Grainger stand ein Klassiker der erstrangigen Blasmusikliteratur auf dem Programm.

Nach der Pause wurde es erst einmal dunkel und ganz leise im Saal. Auf der Bühne hatten nur wenige Musiker Platz genommen. Nach einiger Zeit Iießen sich von ganz links und rechts im Saal einzelne hohe Töne vernehmen. Es wurden allmählich mehr, und die Musiker versammelten sich blasend zum Tanz des fliegenden Gottes (Hiten-No-Mai) von Isao Matsushita. Dieser begann, nachdem Maestro Bostock mit einer Art Rassel Ruhe geboten und den Taktstock ergriffen hatte.

Letztes Werk im Programm war das impressionistische Farbspiel "Sun Paints Rainbows on the Waste Waves" von David Bedford. Es folgte tosender Applaus. Erst als Bostock nach der
zweiten Zugabe den Konzertmeister bei der Hand nahm und abführte, war endgültig Ende angesagt.

Douglas Bostock ist Chefdirigent des Aargauer Symphonieorchester. In der hiesigen Gegend hat er sich als Leiter des Sinfonischen Blasorchesters Ulm einen Namen gemacht.