Pressebericht 2010 (1)
Schwäbische Zeitung, Lokalausgabe Ehingen 02.03.2010
Unter italienischer Leitung bläst Südwind frisch
(EHINGEN/ef) Das zwölfte Orchesterprojekt des bekannten Blasorchesters Südwind hat am Sonntag in der Lindenhalle rund 450 Zuhörer begeistert. Mit Lorenzo della Fonte hatten die Musiker aus Oberschwaben erstmals einen italienischen Dirigenten verpflichtet.
Seit 1999 ist das aus oberschwäbischen Spitzenmusikern zusammengesetzte und jedes Jahr unter einem anderen renommierten Dirigenten auftretende Eliteblasorchester Südwind immer wieder für eine positive Überraschung gut. Erstmals hatte das Organisationsteam, darunter die Ehinger Klarinettisten Sara und Volker Frank, einen italienischen Dirigenten verpflichtet und damit wie in den Jahren zuvor ins Schwarze getroffen.
„All‘Italiana“ im ersten und „Vom Jazz inspiriert“ im zweiten Teil des Programms führte Lorenzo della Fonte unter den optimalen Bedingungen der Ehinger Lindenhalle die Musiker zu Glanzleistungen der um zusätzliche Instrumente ergänzten sinfonischen Blasmusik. Mit nobler Zurückhaltung und elegantem Duktus leitete Lorenzo della Fonte das Orchester zu Beginn durch Verdis Nabucco-Ouvertüre, um dann das Publikum mit seinen eigenen „Verdi Variations“ in kontrastreicher Vielfalt mit den motivischen Feinheiten des Gefangenchor-Themas vertraut zu machen. In betörend schöner Klangdichte interpretierte das Südwind-Orchester vor der Pause Ottorino Respighis „Pini di Roma“. Spätestens bei George Gershwins „Rhapsody in Blue“ wurde klar, dass sich eine Stadt wie Ehingen den großen Steinway-Flügel einfach leisten musste. Auf ihm gestaltete nach dem einleitenden Klarinettenglissando der bei internationalen Wettbewerben erfolgreiche Pianist Ingo Dannhorn den Klavierpart zu einem mitreißenden Hörerlebnis von außergewöhnlicher Dynamik und Präzision. Am Ende bewies sich der bei Verdi behutsam führende Maestro als ein energiegeladener und punktgenauer Interpret moderner Musik.
Dana Wilsons „Piece of Mind“ gab Lorenzo della Fonte und dem Orchester Gelegenheit, die erweiterten Ausdrucksformen neuzeitlicher Komposition selbst bei schrillsten Klangverdichtungen positiv erleben zu lassen. Eric Saties Satire ließ er in der heiteren Zugabe „Piccadilly-Marsch“ anklingen.
Unter den 62 Mitwirkenden des wieder einmal enorm erfrischend blasenden „Südwinds“ waren aus der hiesigen Gegend außer den genannten Klarinettisten die Flötistin Corinna Henger aus Ehingen, der Saxophonist Patrick Lothar Hammer aus Allmendingen, die Saxophonistin Simone Baur aus Frankenhofen und der Hornist Christoph Traub aus Munderkingen.


